Anschlußfinanzierung

Eigenheimfinanzierer, deren Zinsbindung jetzt ausläuft, sollten sich freuen.
Aufgrund des zur Zeit sehr günstigen Zinsniveaus wird sich die Anschlußfinanzierung deutlich verbilligen.

Viele Kreditinstitute versuchen Ihren Bestandskunden die gleichen Konditionen anzubieten, wie ihren Neukunden. Diese Vorgehensweise halten wir jedoch für nicht korrekt. Die Verlängerung einer bestehenden Immobilienfinanzierung verursacht erheblich weniger Arbeitsaufwand als der Abschluss eines neuen Vertrages.  Der Kreditnehmer und seine Zahlungsmoral sind bekannt und man ist seine bisherigen Tilgungsverpflichtungen eingegangen.
Auch sollten bei einer Verlängerung des Darlehens keine Risikoaufschläge wegen geringen Eigenkapitals oder ähnliches mehr anfallen. Häufig wird versucht solche Aufschläge einfach weiterhin zu berechnen, obwohl durch die zwischenzeitlich geleisteten Tilgungen gar kein erhöhtes Risiko mehr für das Kreditinstitut besteht.

Jeder Kreditnehmer sollte sich zudem einen Überblick über die Konditionen anderer Anbieter verschaffen und auch konkrete Angebote einholen. Denn zum einen lässt sich mit konkreten Konkurrenzangeboten besser mit ihrem bisherigen Bankhaus verhandeln und ohne die Androhung eines Bankwechsels lässt sich kaum Verhandlungsmacht entfalten. Und zum anderen ist es oftmals erheblich günstiger, die Anschlussfinanzierung mit einem anderen Kreditinstitut zu vereinbaren.

Vor einem solchen Schritt schrecken die meisten Kreditnehmer allerdings zurück, weil sie glauben, dass der damit verbundene Aufwand kaum lohne. Dies ist jedoch vielfach eine falsche Vorstellung, da die Zinsunterschiede zwischen den Kreditinstituten beträchtlich sind. Bei Darlehen mit zehnjähriger Zinsfestschreibung varieren die Angebote des günstigsten und des teuersten Anbieter zurzeit um ca 0,8 Prozentpunkte. Das scheint nicht besonders viel zu sein,. bedeutet jedoch in der Realität bei einem Zinssatz von ungefähr 5% einen Kostenunterschied von 25 %.

Bei den teureren Anbietern sind für ein Darlehen über 100.000 Euro bei einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent über zehn Jahre hinweg insgesamt mehr als  30.000 Euro an Zinsen zu zahlen. Nutzt man bei dem günstigen Anbieter den niedrigeren Zins für eine entsprechend höhere Tilgung, so sind bei gleicher monatlicher Rate ungefähr 8.000 Euro mehr an Tilgung erreicht.  Im Falle einer 15jährigen Zinsfestschreibung sollte der Unterschied mehr als 10.000 Euro betragen.

Bei kleineren Zinsunterschieden fallen die möglichen Ersparnisse natürlich geringer aus. Da die Kosten eines Bankwechsels bei einer Abtretung der Grundschuld nur ein paar hundert Euro betragen, rechnet sich der Wechsel aber schon bei geringen Zinsdifferenzen.

Ein niedrigerr Zins ist jedoch noch nicht alles.
Damit später keine unliebsamen Überraschungen drohen, sollten unbedingt Tilgungspläne erstellt werden. 

Eine wichtige Frage ist auch die Flexibilität des neuen Darlehens.  Stichworte sind hier vor allem die Sondertilgungsrechte sowie die Möglichkeit, die laufende Tilgung während der Zinsbindung zu variieren sowie die Dauer der Zinsfestschreibung. Aufgrund des momentan sehr niedrigen Zinsniveaus empfehlen wir zur Zeit eine möglichst lange Zinsbindungsdauer, auch wenn diese etwas teurer ist. Sie gewährleistet während des kompletten Zeitraums jedoch das aktuell niedrige Zinsniveau.

Da jedes Finanzinstitut bei einer Immobilienfinanzierung die Ausfallrisiken individuell einschätzt, emfpiehlt es sich bei mindestens 5 Kreditinstituten ihr individuelles Angebot einzuholen. Wir haben Ihnen in unseren Partnerlinks Kreditinstitute aufgelistet, welche sich durch gute Konditionen und eine individuelle Betreuung auszeichnen.